Ist die Riester-Rente sinnvoll?

In den vergangenen Jahren haben immer weniger Menschen die Riester-Rente als Altersvorsorge in Betracht gezogen. Ganz im Gegenteil, viele Verträge wurden inzwischen beitragsfrei gestellt oder sogar wieder gekündigt. Denn anders, als zu Beginn der Riester-Rente, wurde inzwischen vielen bewusst, dass die Rente sich nicht für jeden lohnt. An der Idee eine Altersvorsorge mit staatlicher Förderung abzuschließen liegt die Zurückhaltung weniger, als an den Nachteilen, die manch ein Riester-Sparer haben kann.

Um die staatlichen Zulagen zu bekommen, muss ein Riestersparer vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens, abzüglich der Zulagen, als Eigenleistung in den Riester-Vertrag einzahlen. Dabei muss mindestens der Sockelbeitrag von sechzig Euro pro Jahr eingezahlt werden, um die volle Förderung zu bekommen. Deshalb macht ein Riestervertrag für Geringverdiener selten Sinn. Nicht nur, dass Sie einen höheren prozentualen Anteil ihres Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen müssen, wer Geringverdiener ist, bekommt im Alter auch weniger Rente. Und bei einer kleinen Rente sind die Menschen auf die Hilfe des Staates in Form von einer Grundsicherung angewiesen.

Dazu werden alle Einkünfte zusammengezählt und bis zum Existenzminimum vom Staat aufgestockt. Das bedeutet, dass die heutigen Geringverdiener im Rentenalter mit einer Riester Rente nicht mehr Geld haben, als ohne die Rente. Sollten die gesetzliche Rente und die Riester-Rente zusammen unter dem Existenzminimum liegen, wird die Riesterrente nämlich vom staatlichen Zuschuss abgezogen. Im Enddefekt wird so für den Staat gespart, dass er später weniger bezahlen muss. Riestern macht also nur Sinn, wenn der Sparer im Rentenalter über die Grundsicherung hinauskommt oder ein Geringverdiener den Staat später nicht allzu sehr auf der Tasche liegen möchte. Sinnvoll kann es aber auch dann sein, wenn jemand mehrere Kinder hat, denn auch für jedes Kind gibt es Zulagen.

Ein Vorteil der Riester-Rente ist es, dass sie nicht pfändbar ist. Sie darf auch nicht bei Hartz4 als Vermögen angerechnet werden. Anders ist es bei Überzahlung. Das heißt, wenn die Eigenleistungen über die Summe hinausgehen, die für die staatliche Förderung notwendig ist. Aber auch dann, wenn ein Sparer keinen Antrag auf Förderung gestellt hat, werden die eingezahlten Beiträge pfändbar. Damit die Förderungsberechtigten nicht mehr vergessen den Antrag zu stellen, können sie die Förderung auch über einen Dauerzulagenantrag beantragen. Aber auch hier können Fehler unterlaufen. Ändert sich das Einkommen oder hat es Familienzuwachs gegeben, muss dies natürlich auch angegeben werden, damit der Vertrag angepasst wird. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass zu viel eingezahlt wird oder aber zu wenig, um die vollen Zulagen zu bekommen.

Die Riester Rente wird zum Rentenbeginn nur monatlich ausgezahlt, das Kapital kann nicht auf ein Mal ausgezahlt werden. Wer also im Alter erkrankt und nicht weiß, wie hoch seine Lebenserwartung noch ist, hat nicht mehr allzu viel von seiner Rente. Dann kann die Rente über die vorher vereinbarte Rentengarantiezeit an die ebenfalls vorher vereinbarte bezugsberechtigte Person ausgezahlt werden. Die monatliche Rente wird dann nur bis zum Ablauf der Rentengarantiezeit an den Erben ausbezahlt. Verstirbt der Versicherte allerdings nach Ablauf der Rentengarantiezeit, bekommt der Erbe keinen Cent mehr.

Auch die Menschen, die ihren Lebensabend außerhalb der EU verbringen möchten, die erwartet eine böse Überraschung. Der Staat verlangt dann die kompletten Zulagen zurück. Der Versicherte bekommt dann nur eine Rente, aus seinen Eigenleistungen, die dann sehr viel geringer ausfallen wird. Wer seine Altersvorsorge mit einer Riester-Rente aufstocken möchte, sollte sich vorher genau Gedanken machen, wie seine Pläne aussehen und ebenso ausrechnen, inwieweit es für ihn lohnenswert ist. Generell gilt, umso jünger das Eintrittsalter, desto höher ist auch die Rente.

Um Riester für Geringverdiener attraktiver zu machen, sind für sie neue Rahmenbedingungen in Planung. Außerdem gibt es einige Befürworter dafür, dass auch Gewerbetreibende förderberechtigt werden sollen. Gerade dann, wenn sie ein geringes Einkommen und Kinder haben. Bisher kommen Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen nur in den indirekten Genuss förderungsberechtigt zu sein. Und zwar dann, wenn ihr Ehepartner sozialversicherungspflichtig und ebenfalls im Besitz eines Riestervertrages ist.
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