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Studie: Künstliche Intelligenz zieht in die Versicherungsbranche ein

Jeder technische Fortschritt hat dafür gesorgt, dass bestimmte Berufe oder Tätigkeiten hinfällig wurden, dafür entstanden an anderer Stelle allerdings neue Aufgaben, Berufe und Anforderungsprofile. Vor diesem Hintergrund hat der Softwarehersteller Adcubum in Zusammenarbeit mit den Versicherungsforen Leipzig eine umfassende Studie über die Zukunft der Versicherungsbranche ausgearbeitet. Die Studie stützt sich auf die Analyse relevanter Zukunftstrends, aktuelle technologische Best Practices sowie auf die Befragung von Versicherungs-Vorständen und Experten für die digitale Transformation hin zur Assekuranz 4.0.

Noch überwiegen im beruflichen Umfeld der Versicherungen Standardlinientätigkeiten. Diese Prozesse werden künftig allerdings verstärkt datenbasiert und automatisiert ablaufen. „Der Fokus menschlicher Arbeit wird sich weg von Routinetätigkeiten hin zu Spezialaufgaben verlagern, die von Computern nicht abgebildet werden können“, erklärt Vincent Wolff-Marting, Leiter Kompetenzteam Digitalisierung und Innovation bei den Versicherungsforen Leipzig.

Die Entwicklung betrifft sämtliche Bereiche, beginnend bei der Produktentwicklung: Um übergreifende Absicherungsbedarfe zu erkennen, werden die Assekuranzen zunehmend auf unstrukturierte Daten wie Einträge in sozialen Netzwerken zugreifen. Darüber hinaus wird sich die Produktlandschaft der Versicherer hin zu einem stärker datenbasierten, hochgradig modularen und individualisierbaren Versicherungsschutz entwickeln. Individuell bedeutet hier, dass ein Produkt ganz genau für eine Person zusammengestellt wird und damit in seiner spezifischen Ausprägung nur einmal vorkommen kann. Die Produkte werden vollautomatisch generiert und datenbasiert kalkuliert. Für die Kalkulation werden neben Pauschalstatistiken zusätzliche Daten (Verhaltensdaten, Umweltdaten, Schadendaten etc.) genutzt und in Beziehung gesetzt. In einem solchen Umfeld wird folglich die Nachfrage nach Data Scientists steigen, die diese Systeme bewirtschaften und weiterentwickeln. Sie vereinen Fachwissen mit Expertise auf den Gebieten der Mathematik und der Informatik.

In der Schadenserfassung wird die Mehrzahl der Standardfälle künftig von intelligenten Systemen bearbeitet. Nur für komplizierte Fälle werden dann noch Experten mit Spezialwissen zu Rate gezogen. Auch der Vertrieb wird stärker automatisiert. Chatbots und Robo-Advisor werden mit steigender Tendenz den klassischen Berater ersetzen. Damit die Systeme diese hochkomplexe Transferleistung erbringen können, werden Entwickler für maschinelles Lernen benötigt, die die Systeme entsprechend trainieren.

„Die Assekuranz 4.0 erfordert fachübergreifende Teams, die über ein hohes Maß an Querschnittswissen und IT-Kompetenzen verfügen. Die Aufgabe von Führungskräften wird es sein, diese interdisziplinären Teams zu leiten“, sagt Dr. Holger Rommel, COO der Adcubum AG. Der Versicherungsexperte gibt aber zu bedenken, dass nicht alles, was technisch möglich auch immer zu 100 Prozent umsetzbar ist. „In der Schadensregulierung und im Vertrieb wird es immer Kunden geben, die einen persönlichen Ansprechpartner einfordern“. Gerade in einem so sensiblen Sektor wie der Versicherungsbranche sei es entscheidend, die Balance zwischen technischer Machbarkeit und persönlicher Nähe zu finden.

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